Reger Austausch beim 2. Stakeholder-Treffen des Interreg-Europe Projekts DISCO

Am 29. Januar fand im Rathaus der Stadt Hofgeismar das zweite Stakeholder‑Treffen des Interreg‑Europe‑Projekts DISCO statt. Ziel der Veranstaltung war es, über die Entwicklungen der vergangenen sechs Monate zu informieren und einen Ausblick auf die nächsten Projektschritte zu geben.

Ein besonderer Dank gilt Birgit Herbold (Stadt Hofgeismar) und Erich Marlon Hillmann (Bürger Energie Kassel & Söhre EG). Beide schilderten ihre Eindrücke vom Projekttreffen im niederländischen Assen im Dezember 2025 und gaben wertvolle Einblicke in die dortigen Diskussionen und Praxisbeispiele.

Gemeinsame Herausforderungen in Europa klar sichtbar

In Assen zeigte sich erneut, dass viele europäische Regionen beim Ausbau von Fernwärme- und Fernkältesystemen vor vergleichbaren Hürden stehen: hohe Investitionskosten, komplexe Förderlandschaften sowie teils unzureichende oder zersplitterte Finanzierungsmöglichkeiten. Ein zentraler Mehrwert des Treffens lag daher im Austausch über Good Practices, die in verschiedenen Ländern helfen, diese Herausforderungen erfolgreich zu meistern.

„Die Kombination aus Diskussionen und Praxisbeispielen macht den Mehrwert solcher Treffen aus. Sie sind entscheidend, um Inspiration zu gewinnen und die eigenen Policy Instrumente gezielt weiterzuentwickeln,“ betonte Christian Engers, Projektleiter beim House of Energy, und verwies insbesondere auf die vielfältigen Perspektiven im Workshop.

Good Practices für Hofgeismar im Fokus

Für das Treffen in Hofgeismar wurden sechs dieser Beispiele ausgewählt, die für die Region besonders relevant sein könnten

  1. Eine Abwasser-Wärmepumpe in Wroclaw (Polen)
  2. Ein Abwärme-Kataster für Niederschlesien (Polen)
  3. Eine Regionale Energie Strategie in der Provinz Drenthe (Niederlande)
  4. Beschaffung eines Energiedienstleisters im wettbewerblichen Dialog (Irland)
  5. Eine Biogasanlage für ein lokales Wärmenetz (Griechenland)
  6. Die Modernisierung des Wärmenetzes in Rijeka (Kroatien)

Nach einer kurzen Vorstellung der Ansätze konnten sich die Teilnehmenden anhand zusätzlicher Poster vertiefend informieren. In einer anschließenden Gruppendiskussion wurden die Beispiele ausführlich analysiert und offene Fragen gesammelt. Die engagierte Beteiligung der Stakeholder verdeutlichte das große Interesse an innovativen Ansätzen für den regionalen Wärme- und Kältesektor.

Das House of Energy wird die gesammelten Fragen nun an die europäischen Projektpartner weitergeben und die Antworten anschließend wieder an die Stakeholder zurückspielen. Genau dieser transnationale Austausch zeichnet DISCO aus – und trägt maßgeblich dazu bei, den europäischen Übergang zu effizienten und kohlenstoffärmeren Heiz und Kühlsystemen zu unterstützen.

Weitere Informationen zu den Beispielen erhalten Sie gerne auf Anfrage (Kontakt siehe unten).

Ausblick: Study Visits nach Dublin und Kreta

Zum Abschluss wurde auf die kommenden Study Visits hingewiesen:

  • Dublin (April 2026) – Thema: Technische Aspekte industrieller Abwärmenutzung
  • Kreta (Herbst/Winter 2026)

Stakeholder haben die Möglichkeit, an diesen Besuchen teilzunehmen und sich direkt vor Ort mit europäischen Projektpartnern auszutauschen.
Im Anschluss an das Stakeholder Treffen wurde außerdem die kommunale Wärmeplanung der Stadt Hofgeismar offiziell interessierten Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt.

Über das DISCO-Projekt

DISCO ist ein interregionales Projekt, an dem zehn europäische Regionen beteiligt sind, um politische Instrumente im Zusammenhang mit Fernwärme- und Fernkühlungssystemen zu verbessern, wobei der Schwerpunkt auf der Nutzung von Abwärme liegt. Das Projekt wird von Interreg Europe kofinanziert.

Weitere Informationen https://house-of-energy.org/projekte/disco/  

Kontakt

Christian Engers, M.A.

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