Abwärme als zentraler Baustein für die Wärmewende: so bereitet sich Hessen vor

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Die Nutzung von Abwärme gewinnt für die zukünftige Wärmeversorgung zunehmend an Bedeutung. Ob Unternehmen ihre bislang ungenutzte Abwärme künftig für die Beheizung von Bürogebäuden und Produktionsstandorten einsetzen oder Wärmeüberschüsse in kommunale Wärmenetze einspeisen und damit ganze Quartiere und Haushalte versorgen, Abwärme bietet erhebliche Potenziale für eine klimafreundliche, effiziente und wirtschaftliche Wärmeversorgung.

Das Land Hessen hat die Relevanz dieses Potenzials früh erkannt und unterstützt die Identifikation und Nutzung von Abwärmequellen über den Wärmeatlas Hessen. Dort stehen Daten zu Abwärmepotenzialen frei zugänglich zur Verfügung.

Um die Umsetzung konkreter Projekte weiter voranzubringen, stärkt Hessen nun zusätzlich gezielt den Wissensaufbau bei den relevanten Akteuren vor Ort und fördert die Teilnahme an einer neuen Schulung zur Abwärmenutzung.

Expertise für die Umsetzung von Abwärmeprojekte

Hierfür arbeiten die LEA LandesEnergieAgentur Hessen und die Hessen Trade & Invest (HTAI) im Auftrag des Hessischen Wirtschaftsministeriums gemeinsam mit der Akademie der Ingenieure Baden-Württemberg sowie dem Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg zusammen. Ein in Baden-Württemberg entwickeltes und bereits erfolgreich etabliertes Qualifizierungsangebot zur Abwärmenutzung wird für Hessen adaptiert und um landesspezifische Rahmenbedingungen ergänzt.

Mit der neuen Schulungsoffensive sollen hessische Unternehmen, Stadtwerke sowie Energieeffizienzberatende und Wärmeplanende befähigt werden, Abwärmepotenziale zu erkennen, deren Nutzung zu bewerten und entsprechende Projekte erfolgreich umzusetzen. Die Schulung vermittelt praxisnahes Wissen zu technischen, wirtschaftlichen und regulatorischen Aspekten der Abwärmenutzung und zeigt Wege auf, wie Potenziale in konkrete Vorhaben überführt werden können.

Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen bezuschusst die Teilnahme an der Schulung für die ersten zehn hessischen Teilnehmenden mit rund 50 % der Kursgebühren.

Die News stammt vom House of Energy Mitglied Hessisches Miniterium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum: https://wirtschaft.hessen.de/node/10961/newsletter-preview

Industrielle Abwärmenutzung seit 2024 für viele Betriebe Pflicht – Unterstützung bei der Umsetzung

Die gezielte Nutzung von Abwärme kann nicht nur die Betriebskosten senken, sondern auch einen erheblichen Beitrag zur Reduzierung der Umweltbelastung leisten. Die Nutzung von Abwärme wird durch das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) geregelt. Unternehmen mit einem jährlichen Gesamtendenergieverbrauch von mehr als 7,5 Gigawattstunden (GWh) sind verpflichtet, Abwärme aus Produktionsprozessen zu vermeiden oder zu verwenden.

Welche Vorteile das bringt, welche Möglichkeiten es gibt, Beratungsangebot und Effizienz-Tipps für Unternehmen gibt es auf dieser Webseite.

EU-Projekt mit House of Energy als deutschen Projektpartner

Um das Thema Abwärmenutzung geht es auch im EU-Projekt DISCO, bei dem House of Energy e.V. als deutscher Projektpartner agiert. Neben öffentlichen Behörden und Energieagenturen aus fünf Interreg-Europe-Zonen ist auch das House of Energy als Innovationscluster beteiligt. Die Partner tauschen sich über Best Practices aus und verbessern politische Instrumente.

> Mehr Infos über das Projekt DISCO