Erfolgreicher GEMS-Workshop zu Energy Sharing und Mieterstrom 

Die Veranstaltung hat gezeigt, wie groß das Interesse an innovativen Modellen der lokalen Energieversorgung ist. Rund 40 Teilnehmende aus Wirtschaft, Energiewirtschaft, Forschung und Praxis kamen zusammen, um aktuelle Entwicklungen rund um Energy Sharing, Mieterstrom und neue Geschäftsmodelle zu diskutieren. 

Erfolgreicher GEMS-Workshop zu Energy Sharing und Mieterstrom 

Mit einer Begrüßung und einer Einordung des Themas durch Prof. Dr. Peter Birkner, House of Energy e.V., startete der Workshop in einen abwechslungsreichen Tag voller Fachimpulse und Austausch. Im Rahmen der Veranstaltung stellte Ivonne Müller das Projekt GEMS vor. Dabei wurden die Zielsetzung des Projekts sowie die Einordnung in das Workshopthema deutlich. 

Einen umfassenden Überblick über die aktuellen rechtlichen Rahmenbedingungen von Energy Sharing und Mieterstrom gab Dr. Christian Gemmer von Becker Büttner Held (BBH). Herr Dr. Gemmer ist davon überzeugt, dass es bei rechtlichen Fragen zu diesem komplexen Thema darauf ankommt „einen Weg durch den Wald zu finden, den man vor lauter Bäumen nicht mehr sieht.“ Denn eine 100prozentige Rechtsicherheit gäbe es nicht. Im Fokus seines Vortrags standen die seit 2026 geltenden Regelungen zum Energy Sharing, die Anforderungen an Bilanzierung und Marktkommunikation sowie die Rolle von Dienstleistern bei der praktischen Umsetzung. Darüber hinaus erläuterte er die sehr komplexen, rechtlichen Besonderheiten von Mieterstrommodellen und der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung. Einen weiteren Schwerpunkt bildeten die aktuellen Entwicklungen rund um Kundenanlagen und Energienetze sowie deren Auswirkungen durch die jüngste europäische Rechtsprechung. Er machte Mut die Rechtsprechung des EuGH hinsichtlich Direktleitungen anzuwenden.  

Praxisnahe Impulse lieferten die Start-ups Pionierkraft, Pyrpose Energy und Prosumergy, die ihre Lösungsansätze und Erfahrungen aus der Umsetzung innovativer Energiekonzepte präsentierten. 

Die Startup-Impulse machten deutlich, wie Innovationen die Energiewende vor Ort voranbringen können. Klaus Meier von Pionierkraft zeigte auf, wie durch eine intelligente Hardwarelösung die Demokratisierung der Energiewende unterstützt werden kann. Ziel von Pionierkraft ist es, möglichst vielen Menschen vor allem in Mehrfamilienhäusern die direkte Teilhabe an lokal erzeugter erneuerbarer Energie zu ermöglichen und damit Energiegemeinschaften einfacher und wirtschaftlicher umzusetzen. 

Christoph Maichel, Geschäftsführer von Pyrpose Energy, erläuterte ergänzend, welche Chancen sich durch lokale Energiegemeinschaften und Energy Sharing ergeben. Digitale Prozesse und Künstliche Intelligenz könnten dabei helfen, die Abwicklung lokaler Energieversorgung effizienter und kostengünstiger zu gestalten. Gleichzeitig betonte er, dass der Erfolg von Energy Sharing nicht allein von Technologie abhängt, sondern vor allem von Vertrauen, Beteiligung und dem Engagement der Menschen vor Ort. 

Christopher Neumann von Prosumergy GmbH stellte Praxisbeispiele für Mieterstromlösungen in Quartieren und Gewerbeparks vor. Anhand bereits umgesetzter Projekte zeigte er, wie Photovoltaikanlagen, E-Mobilität und moderne Wärmeversorgungskonzepte in lokale Energielösungen integriert werden können. Darüber hinaus ging er auf die besonderen Herausforderungen bei der Umsetzung von Mieterstromprojekten ein, darunter Fragen der Kundenanlagenstruktur, Tarifierung, Überschussvermarktung, E-Mobilität sowie der Einsatz von Batteriespeichern und intelligenten Messsystemen. 

Besonders positiv war die Beteiligung der Teilnehmenden. In dem interaktiven Fishbowl-Format entwickelte sich am Nachmittag eine lebhafte Diskussion mit zahlreichen Fragen und wertvollen Beiträgen aus dem Publikum. Der intensive Austausch mit Antworten der Referenten auf konkrete Anwendungsfälle verdeutlichte den großen Informationsbedarf und das starke Interesse an den Möglichkeiten von Energy Sharing und gemeinschaftlicher Energieversorgung. “ 

Zum Abschluss fasste Prof. Dr. Peter Birkner die wichtigsten Erkenntnisse zusammen und betonte die Bedeutung von Regulatorik versus Physik sowie von Emotionen versus Wirtschaftlichkeit. 

Das House of Energy bedankt sich bei allen Referenten sowie den Teilnehmenden für den konstruktiven Austausch und die wertvollen Impulse. 

Fotos: Danny Nils Schneider, Wirtschaftsförderung Region Kassel GmbH